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FDP-Köln: Kultur im kleinen orientalischen Salon

Created on 19 October 2011
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Kultur im kleinen orientalischen Salon

 

 

18.01.2011
Kölner Stadt-Anzeiger
Pressespiegel

Kultur im kleinen orientalischen Salon

Manfred Wolf, MdR Bild vergrößern
Manfred Wolf, MdR

Umzug: Der Verein "Interkultureller Dialog" zeigt im neuen Domizil eine Schau zum Thema Integration

Von Bernd Schöneck

Niehl. "Das Thema »Menschen aus verschiedenen Kulturen« sorgt nicht nur für Spannungen, es bringt uns auch viele Bereicherungen", ist Lambert Schauen überzeugt. Der in Essen geborene Künstler, der heute im Kreis Euskirchen lebt, hatte vor knapp zehn Jahren angefangen, sich mit seinen Skulpturen und Drucken mit dem Thema Integration auseinander zu setzen. Auch im ländlichen Raum ist das Thema aktueller als früher, wie der 61-Jährige in seinem Umfeld bemerkt: "Es gibt da heute keine großen Unterschiede zwischen Stadt und Land mehr, auch wir haben Integration und eine internationale Community mit Angeboten im Umkreis."

Genau 17 seiner Linoldrucke, welche Integration und Assimilation in Bild und Wort aufgreifen - mal spielerisch, mal durchaus provokant -, sind bei der Eröffnung der neuen Räume von "Interkultureller Dialog e.V." (Ikult) in der Patrizia-Gebäudeanlage an der Niehler Straße 308 zu sehen. Rund 50 Besucher, darunter auch der Kölner Bürgermeister Manfred Wolf
(FDP), waren zur Premiere gekommen. Dieser gratulierte dem Verein: "Sie haben heute gleich zwei Gründe zum Feiern, aber auch zum Besinnen: Die Eröffnung der neuen Räume sowie der Ausstellung."

In seiner Rede formulierte er sein Ziel der toleranten Stadt: "Ein Köln, das nicht fragt, woher man kommt, sondern was man mitbringt und einbringt." Mit Geschäftsführer Dogan Erol durchschnitt er das rote Band, womit die Räume ihrer Bestimmung übergeben wurden - bevor im Rahmenprogramm die Folklore-Jazz-Combo "Lale Hayat" das Publikum mit seiner Synthese von orientalischen Instrumenten und Klängen sowie modernen Rhythmen in den Bann zog.

Der seit 2005 bestehende Verein Ikult hatte vorher seinen Sitz in der Lindenstraße im Rathenauviertel, allerdings in sehr beengten Räumen von nur rund 30 Quadratmetern. Im Spätherbst war der Umzug in den Kölner Norden vollbracht. Die neuen Räume präsentieren sich einladend und wie ein kleiner orientalischer Salon: "Willkommen" steht in fünf Sprachen an der Tür, der Raum ist mit Teppichen, ausladenden Sofas und Ornamenten ausgestattet, an der Wand befinden sich zwei große Panoramafotos mit dem Kölner Dom- und Rheinpanorama sowie der Hagia Sophia von Kölns Partnerstadt Istanbul.

Für den Kölner Norden verspricht es ein ansprechender kultureller Neuzugang zu sein, denn der Verein hat sich viel vorgenommen. "Wir wollen die Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen zusammenbringen", sagt Ikult-Geschäftsführer Ejder Sabanci. Um dies zu erreichen, organisiert der Verein Konferenzen, Seminare und Dialoge, zuletzt etwa ein Symposium in der Ruhr-Uni Bochum. "Wir sind gegen Assimilation, aber für Integration", sagte er. Migranten sollten sich in die Mehrheitsgesellschaft einfügen, aber ihre kulturellen Wurzeln nicht ausreißen. (13.01.2011)
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